Sinai vom 23.12.2001 bis 6.1.2002

Die Reise begann in Berlin-Schönefeld. Dank der Verspätung von Egypt Airlines waren wir erst morgens um 5 Uhr in Sharm-el-Sheik. Aziz war so nett, bereits am Flughafen zu warten und mich bei seinem Freund einzuquartieren, damit ich nicht noch die 2 Stunden bis Nuweiba fahren mußte.Den Heiligabend habe ich also allein am Strand von Sharm-el-Sheik verbracht, da Aziz ja arbeiten mußte. Es war schön warm, es waren nette Leute am Strand und das Wasser hatte zwar noch keine Badewannentemperatur aber schließlich wollte ich mich ja auch abkühlen. Am 25.12.01 fuhr ich dann per Mitfahrgelegenheit zum Buspreis (weil Bus kam nicht) nach Nuweiba. Die Gruppe war schon kräftig am Weihnachtenfeiern und so ging ich an die für Sylvester besorgten Piccolovorräte...(wollte ich die wirklich auf den Katharinenberg tragen??)

Es folgt 4 Tage Wüstentrekking.

Ich liebe die Wüste und so genieße ich die Tage in vollen Zügen. Die Felsformationen faszinieren mich immer wieder aufs neue. Jeder Fels hat neue bizarre Muster. Manchmal müssen wir absteigen, damit die Kamele auf den Felsen nicht ausrutschen. Klettern mögen sie gar nicht. Kamele zeigen ziemlich deutlich, wenn ihnen etwas mißfällt. Mein Kamel hieß Abubham (man möge mir die eigenwillige Schreibweise verzeihen). Der Beduine Id führte es ständig, es schien sein Lieblingskamel zu sein. Zwischendurch bekam es auch Leckerein. Ich brauche sicher nicht erwähnen, daß mein Kamel natürlich das liebsten Kamel war (sorry Simone...). Der erste Übernachtungsplatz war nicht besonders idyllisch, da er ziemlich dicht an einem großen Wadi lag und nur wenig gegen den lausig kalten Wind geschützt war. Im Dezember ist es eben auch im Sinai Winter, die Sonne geht früh unter und es wird dann sehr kalt. Die Beduinen sorgten mit Decken und heißem Tee für uns. Natürlich haben sie uns auch hervorragend bekocht. Für den Abwasch sorgte Achmeds Kamel.

Die Wanderung durch den White Canyon war wunderschön und unbeschreiblich. Die Kamele gingen einen anderen Weg, da es dort einige Kletterstellen gab. Der Sand war wirklich weiß und so fein, daß ich am liebsten darin gebadet hätte. Der Schlafplatz in dieser Nacht war etwas ganz besonderes. Es wurde schon leicht dunkel und man könnte glauben, man wäre auf dem Mond. Ich habe mir einen Schlafplatz etwas abseits des Camps gesucht und ich hatte in der Nacht wirklich das Gefühl nicht mehr auf der Erde zu sein. Ich lag an einem Felsen, dieser bildete einen Teil eines nicht geschlossenen Kreises und in der Mitte war ebenfalls ein Felsen. Das Mondlicht bildete geheimnisvolle Schatten.

Der Abschied von den Beduinen war sehr herzlich, wir haben sie alle liebgewonnen, den fürsorglichen Suleyman, den lustigen Mohamed, Achmed der schnellste Kamelreiter und der stille Id.

Nach 2 Tagen Erholung im Camp, ging es zum Katharinenkloster mit anschließender Besteigung des Katharinenberges.

Nach der Besichtigung des Klosters wanderten wir ca. 2 Stunden zum Garten Saat. Es war Sylvester und es war lausig kalt. Der Garten Saat liegt auf 1700m Höhe und liegt schon sehr früh im Schatten und war daher die kälteste Nacht des spielten wir solange Kofferpacken, bis die Augen vom Rauch unerträglich wehtaten. Ich zog dann den Schlafsack und ein ruhiges Plätzchen vor, mir doch egal ob Sylvester ist...Drei von uns haben durchgehalten.

Der Aufstieg zum Gipfel dauerte dann nochmal 4 Stunden und die Sonne schien oben wunderschön. Es war warm und wir genossen die Aussicht und das warme Wetter. Aber wie kommt man in die Kapelle? Noch eine Nacht frieren wollten wir auf gar keinen Fall! Ach, durchs Dach geht es...also Schnacher in den einen Raum, Schnacker in den anderen und wir Frühschläfer in den Dritten. Es wurde wieder lecker gekocht und mit den beiden noch anwesenden Japanern heißer Tee gegen kalten Rum getauscht. Bei Sonnenuntergang hat jeder ungefähr einen Film verschossen, weil es jede Minute noch schöner aussah...

Um halb acht gingen wir dann schlafen. Quatscht da etwa noch jemand im Nebenraum zu dieser nachtschlafenden Zeit? Dies wurde von Susanne sofort durch Klopfen und Schimpfen unterbunden! Um halb sechs sind wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufgestanden Und wieder wurde ein Film verknipst...