Mit dem Rucksack durch Kamerun

Douala - Ngaoundere Maroua Rhumsiki Kochen in Maroua Yaounde Bafoussam Buea und Mt.Cameroon Limbe Kribi

1.Tag, 6.11.2004
In aller Frühe ging es los. Eigentlich nicht so meine Zeit, aber alles klappte prima. Am Flughafen wunderte ich mich, daß Stefan noch nicht eingecheckt hatte, obwohl er vor mir flog. Was ist, wenn ich ihn nicht in Paris treffe? Alleine nach Douala mit meinem schlechten französisch? Aber wir trafen uns wie verabredet, der Urlaub konnte beginnen.

Das Zimmer in der Seemannsmission in Douala hatte Stefan bereits per email reserviert. Es war schon dunkel, als wir in Douala ankamen. Beim Gepäcklaufband rannten viele Träger umher, wollten uns Taxis vermitteln und uns gegen ein Geschenk, an den Kontrollen vorbeischleusen. Der Taxifahrer wollte 6000 FCFA haben. Der spinnt wohl, wir einigten uns auf 3000. Wir wurden sowohl von ihm als auch von den Mitarbeitern der Seemannsmission dringend gewarnt, bei Dunkelheit nicht in der Stadt rumzulaufen. Möglichst immer mit dem Taxi fahren. Nun ja, wir wollten erstmal in Ruhe ankommen. Nach einem achtstündigen Flug war ich noch nicht so unternehmungslustig. Wir verbrachten den Abend am schönbeleuteten Pool und aßen eine Kleinigkeit. Erkundigungen konnten ja auch bis morgen warten. Wir bekamen das Appartment zum Preis für ein normales Zimmer. Aber hoffentlich sind die Preise der Zimmer nicht alle so hoch...

Das Haus wurde renoviert und die Zimmer kosten nun 18.000 FCFA. Sie sind sauber und hübsch eingerichtet. Die Seemannsmission ist ein Treffpunkt von vielen Weißen, die in der Umgebung arbeiten.

2.Tag, 7.11.2004
Mit einer defekten Kamera begann der Tag. Meine Spiegelreflex funktionierte schlichtweg nicht mehr. Auch ein Batteriewechsel erweckte sie nicht zum Leben. Meine Stimmung war nicht so toll, wo ich doch so gerne fotografiere und mit der Digitalen noch nicht so viel Übung habe. Aber wenigstens hätte ich sie dann hier in Douala lassen können, wie die Wanderklamotten und der dicke Schlafsack. Erst mal frühstücken. Baguette und Marmelade. Davon wird es die nächsten vier Wochen wohl reichlich geben. Allmählich bin ich wohl in dem Alter, dem deutschen Vollkornbrot hinterherzujammern. Na ja, in einigen Jahren bringe ich vielleicht auch meinen eigenen Kaffee mit...;-)

Nach dem Frühstück ging die Kamera wieder...Erleichterung. Die beiden Vögel, die ich fotografieren wollte, haben allerdings nicht so lange durchgehalten. Wir nahmen den Bus nach Yaounde um 10.30. Bei Central Voyage geht es geordnet zu und die Busse haben feste Abfahrtszeiten. Zum Eingewöhnen ist das wirklich klasse. Die Fahrt war wunderschön. Überall Urwald, allerdings bewirtschaftet aber sehr dicht.

In Yaounde hat uns Paul (der saß neben mir im Bus) mit dem Taxi zum Bahnhof mitgenommen und dem Schaffner gesagt, daß er darauf achten soll, daß wir die Tickets bekommen. Wir wollten mit der Bahn nach Ngaoundere fahren und das im Schlafwagenabteil. 16 Std. beengt sitzen, konnte ich mir gerade über Nacht nicht so gut vorstellen. Spannender ist es bestimmt, aber nach 4-5 Stunden finde ich es sicher nicht mehr so aufregend.

Der Schalter für die 1.Klasse ist im ersten Stock. Die Tickets sollten ab 15 Uhr ausgegeben werden. Man sagte uns, daß alle Schlafwagenplätze reserviert wären und nur evtl. was zu machen wäre. Die Prozedur war dann wie folgt: Es gab drei Sitzreihen und der vorne links saß, konnte zum Schalter gehen. Alle anderen sind dann aufgerückt. Zwischendurch gab es noch einen aufgebrachten Streit, weil ein Mann seinen Platz einer Frau überlassen hatte, die sich wohl nur ausruhen wollte. Was genau passiert war, konnten wir nur ahnen, aber wir merkten: die Kameruner haben ein ganz schönes Temperament...

Als wir drankamen, winkte der Schaffner Stefan erstmal raus, ging um das Gebäude rum, mußte irgendwas klären... keine Ahnung. Ob es wirklich ein Problem gab mit den Schlafwagenplätzen oder war es die Taktik um für das Spielchen ein Cadeux einzufordern? Aber endlich bekamen wir die heiß ersehnten Tickets und konnten essen gehen. Gegenüber vom Bahnhof gab es einige kleine Küchen mit Holzbänken vor der Tür (Circuits). Es gab Reis mit Fleisch (na ja, mehr Knochen...) und Soße. Stefan aß Omlette und Avocadosalat. Hm, der war lecker. Kann man der Majo trauen? Aber es ist nichts passiert.

Wir hatten ein Zweier Abteil mit einem kleinen Waschbecken. Leider ließ sich das Fenster nicht öffnen, was bei 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 90% nicht gerade toll war. So standen wir erstmal im Gang am geöffneten Fenster, um frische Luft zu bekommen. Wir fuhren durch die „Vororte“ von Yaounde, die aus kleinen Lehmhütten bestanden. Wobei ich mich im Nachhinein auf das Material der Hütten nicht festlegen möchte. Es war schon dunkel. Dann kam wieder Dschungel. Irgendwann hielten wir für längere Zeit, wahrscheinlich war es sogar die halbe Nacht. Am Bahnhof sahen wir einen Güterzug, der riesige Baumstämme verladen hatte. Irgendwie traurig, wenn man diese Baumriesen, die womöglich hunderte von Jahren alt sind, dort so liegen sieht.

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