Eine Rundreise durch Cuba
im April 2003

Cayo Coco - Trinidad - Havanna - Viñales - Soroa - Havanna - Cayo Coco

Cayo Coco:
Mit zwei Taxis fuhren wir zu unserem Hotel. Ich war noch nie in einem 5 Sterne Hotel. Wir bekamen sehr schöne Zimmer. Auch die ganze Anlage war wunderschön. Kurz ausgepackt und ab an den Strand. Welch Farben das Wasser hatte! Aber zu Strand und Meer muß ich mich sicher nicht weiter auslassen, haben die meisten ja schon irgendwo erlebt...

Trinidad
Wir wollten gerne privat wohnen und steuerten gleich die Adresse an, die uns auf Marions Liste am vielversprechendsten vorkam. Leider waren dort schon alle Zimmer belegt, Maren und Christian schwärmten so von der Wohnung, daß wir es doppelt ärgerlich fanden. Aber wir haben nicht mit der Hilfsbereitschaft der Cubaner gerechnet. Es wurden die Nachbarn gefragt, Telefonate geführt und hin und her überlegt, wo sieben Personen unterkommen können. Schließlich haben wir etwas gefunden. Die Jungs hatten etwas Pech, da sie zu viert in einem Zimmer schlafen mußten und das eine Bett ganz schrecklich durchgelegen aussah.

Die Familie war sehr nett und hat uns stets lecker bekocht, sie konnten gut mit dem Buffet des 5 Sterne Hotels mithalten! Trinidad wurde zum Weltkulturerbe erklärt und hat viel Flair. Besonders abends, wenn überall Musik und Tanz ist. Schade, daß ich nicht tanzen kann! Wirklich schade!!!

Trinidad ist nicht groß, daher hat man schnell alles gesehen. Aber es lohnt sich! Nachts konnten wir alle nicht soo gut schlafen, da nebenan eine Disco war, die konnte man aber mit der Klimaanlage ausblenden. Wir Mädels hatten dann auch noch einen fetten schwarzen Frosch im Klo. Marion hat ihn zu fassen bekommen und rausgeworfen. Zu spät fiel mir ein, daß es ja vielleicht gar kein Frosch sondern ein Prinz war. Schöner Mist, aber ein Rendevous auf dem Klo ist aber auch nicht so romantisch!

In der Nähe von Trinidad ist ein schöner Strand, wo wir dann den nächsten Nachmittag verbracht haben. Daneben war ein großes Hotel, daher gab es dann auch ein Animationsprogramm. Wir wurden also aufgefordert einen Tanzkurs am Strand mitzumachen. Da ich mich am Abend vorher mit einem älteren tanzbegeisterten Herren blamiert habe, war das ja die Gelegenheit. Aber den Hüftschwung der Cubanerinnen werde ich wohl nie hinbekommen...

Havanna
Die Reise ging weiter nach Havanna. Von unserer Familie haben wir uns sehr herzlich mit einer Umarmung verabschiedet. In Havanna ließen wir uns an einer Straße absetzen, wo wir einige Adressen von Unterkünften hatten. Aber diesmal wollten wir nun keine Vermittlungsgebühr zahlen. Ein paar von uns paßten auf das Gepäck auf und zu viert schauten wir uns nach einer Unterkunft um. Das war gar nicht so einfach, da die meisten nur ein bis zwei Zimmer vermieteten. So konnten wir aber einige Wohnungen kennenlernen, das war sehr interessant. Nach zwei Stunden hatten wir es geschafft. Maren und ich wohnten bei einer Familie im 5.Stock, Christian, Sven und Roland im 6. Stock und Alex und Marion im 13. Stock direkt am Malecon. Die hatten wirklich eine super Aussicht. Leider war die Lärm und Geruchsbelästigung ziemlich stark, wobei Maren und ich wohl als einzige relativ gut geschlafen haben.

In Havanna haben wir einiges besichtigt und haben auch eine Oldtimerfahrt gemacht. Die sind schon ganz schön urig, diese alten Autos!

Wir sind durch die Stadt geschlendert und haben uns verschiedene Dinge angesehen, wie z.B das Capitol. Dann mußte wir auch den Rückflug nach Cayo Coco und die Fahrt nach Viñales organisieren. Abends war ein Umzug mit Trommeln, dort sind wir auch mit der Menge hinterhergegangen, besser gesagt hinterhergetanzt. Ruhg bleiben kann man bei der Musik nicht.

Viñales
Von Havanna wollten wir dann mit dem Viazulbus nach Viñales, aber es gab dann zwei Taxis, die uns für den gleichen Preis fuhren. Es war ein Ehepaar, die ganz glücklich waren, eine Tour zum gleichen Ziel zu haben. Sie hatte sogar einen CD Player und spielte fetzige Musik. Dem noch mitfahrenden älteren Herrn war das etwas zu modern, er jammerte ein wenig und murmelte etwas von musica romantica...

Sie organisierte uns auch gleich drei Unterkünfte, die fast nebeneinander lagen. Das war prima. Ich wohnte mit Marion bei Norma. Alle Familien waren sehr nett und konnten gut kochen. Leider gab es eine Vorschrift, wonach die Familien nur soviele Persone bekochen dürfen, wie auch bei ihnen zur Übernachtung gemeldet sind. Wir konnten also nicht umschichtig zu siebt dort essen. Am späten Nachmittag erkundeten wir ein wenig die Gegend. Auf den Feldern standen immer einige Hütten rum. Ein Tabakbauer zeigte sie uns und erklärte, wie die Tabakblätter aufgehängt wurden und wie lange sie dort hängen mußten. Er lud uns danach noch zu einem Kaffee in seinem Haus ein, wo mich doch gleich ein kleiner Welpe begeisterte.

Die Freundlichkeit der Cubaner begesterte mich immer wieder. Am nächsten Tag machten wir eine Fahrradtour zu der Höhle Cueva del Indio. Die Schreiber des Reiseführers hatten aber recht: die Höhle ist touristisch. Wir gingen rein, schauten uns um und plötzlich kam eine Reisegruppe von ca. 40 Personen an uns vorbei gehechtet, als ob sie verfolgt würden. Husch, ab ins Boot und rausgefahren...Hatten die was von der Höhle gesehen??

Wir baten den Bootsfahrer uns etwas mehr Zeit zu geben. Neben der Höhle war ein Hotel mit Swimmingpool. Dort durften wir uns hinlegen. Es dauerte auch nicht lange und ich war eingeschlafen. Drei Stunden später fuhren wir wieder nach Viñales. Auf dem Weg war eine kleine Hütte, wo frisches Obst verkauft wurde. Dort machten wir eine Rast und ließen uns mit Früchten und Kokosnüssen verwöhnen.

Leider hat das Fahrrad von Christian schlapp gemacht. Maren und Christian haben dann ihre Räder bis Viñales geschoben und wir anderen fuhren weiter. Mit Marion und Alex bin ich dann noch bis zu dem Gemälde weitergefahren. Die Landschaft ist einfach klasse zum Radfahren. Auf dem Rückweg habe ich einen Cubaner kennengelernt, der auch mit dem Fahrrad unterwegs war. Da ich kein spanisch konnte, war an eine Unterhaltung nicht wirklich zu denken. Aber abends habe ich dann beim Tanzen wiedergetroffen. Und somit war dann der Rest des Abends mit Tanzen ausgefüllt. Irgendwie können dort alle Männer fantastisch tanzen.

Roland und Sven haben sich dann von uns abgeseilt und sich auf den Weg nach Santiago de Cuba gemacht. Ich war am überlegen, ob ich mitfahre, habe mich dann aber doch entschlossen, die ruhigere Variante zu wählen. Das war auch gut so, da wir so das Familienleben besser kennengelernt haben, als wenn wir nach zwei Tagen wieder weitergezogen wären. Aber auch nach 4 Tagen hat man ja nur einen Bruchteil mitbekommen.

Morgens sind wir dann zu einem Aussichtspunkt an einem Hotel gelaufen. Von dort hatte man einen herrlichen Blick auf die Mogoten.

Wir haben uns dann noch eine Höhle angesehen. Die hieß Gran Caverna de Santo Tomas und war um Längen besser als die andere!! Wir waren 8 Personen, die geführt wurden und die Führung dauerte 90 min. Der Guide hatte richtig Spaß an seinem Job und hat die Höhle auch erklärt und nicht nur erzählt, daß jener Stein aussieht wie ein Löwe, der wie ein Drache und der wie eine Schlange...

Auf dem Rückweg hatten wir noch bei einer Tabakfabrik reingeschaut. Hier findet sozusagen die Vorverarbeitung statt. Bei den Blättern werden die Stengel herausgezogen und die Blätter werden getrocknet. Dann haben wir einen Garten einer Frau angesehen, die gegen ein kleines Trinkgeld sogar eine kleine private Führung machte. Sie hat die vielfältigsten Pflanzen in ihrem Garten und zeigt sie gerne den Besuchern.

Dann gab es noch die wunderschöne Insel Cayo Jutias die über einen Damm mit dem Taxi erreichbar war. Dort waren wir fast die einzigen und das Wasser bestand aus tausend verschiedenen Grün- und Blautönen.

Soroa
Das Dorf bestand aus einer langgestreckten Straße ohne Kern aber mindestens sieben Hügel. Die Wanderung, die ja eigentlich nur ein Spaziergang in den Ort werden sollte, nahm also doch größere Ausmaße an. Wir sind bis zu einem Hotel mit Pool gelaufen, so daß wir dort dann einfach faul rumliegen konnten.

Am nächsten Tag beschlossen wir, den Wasserfall anzuschauen und eine Wanderung zu machen. Erst gingen wir zum Mirador (Aussichtspunkt), schade, daß es bewölkt war. Auf dem Rückweg fragten wir einen Kokusnussverkäufer nach dem Weg. Er meinte, es wäre zu schwierig zu erklären, aber er könne uns führen.

Hm, wollten wir ja erst nicht, aber nach ein paar Metern dachten wir, daß es ja gar keine schlechte Idee wäre. Sonst würden wir ja an jeder Kreuzung über den Weg diskutieren. Es stellte sich heraus, daß die Idee sehr gut war. Ihm machte es wirklich Spaß und wir hätten den Weg im Leben nicht gefunden. An einem kleinen Fluß konnten wir baden. Der Guide hackte uns die Kokusnuss auf und schälte Grapefruits und außerdem hatte er echten Wabenhonig dabei. Einige von uns gingen noch ein Stück weiter. Zum Glück wußte ich vorher nicht, was ich dort auf dem Weg sehen würde...womöglich hätte ich die ganze Reise in Frage gestellt...eine Vogelspinne (zum Glück schon tot).

Auf dem Rückweg gingen wir noch auf einem schmalen Weg außerhalb des Touristenpfades zum Wasserfall. Aber dort war soviel los und wir wollten ja noch abends nach Havanna und mußten rechtzeitig am Hotel sein. Wenn wir gewußte hätten, daß uns das Taxi vergißt, hätten wir die Zeit sicher anders verplant...

In Havanna haben wir uns diesmal einen ruhigeren Stadtteil ausgesucht, nämlich Myramar. Dort wohnen zumeist die wohlhabenderen Cubaner. Ich habe zwar auf der ganzen Reise nie das Gefühl gehabt, daß es Probleme zwischen schwarz und weiß gab, aber das in den Villen nur Weiße zu sehen waren, hat mir nicht wirklich überrascht. Oder war das eine subjektive Wahrnehmung?

Wir waren noch zwei Tage in Havanna und flogen von dort wieder nach Cayo Coco. Dann hatte wir noch einen ganzen Tag auf Cayo Guillermo.